Ludwig Heim am 20. August 2026:
Über Jahre vieles erreicht,
doch nun ist es Zeit, an die Zukunft zu denken.
Als wir im Jahr 2013 zum ersten Mal den kleinen ugandischen Ort Mugoija besuchten, trafen meine Frau Heike und ich auf eine unvorstellbare Not. Es gab weder eine Wasserleitung noch elektrischen Strom in dem kleinen abgelegenen Ort. Eine Straße war nicht vorhanden, lediglich eine Sandpiste gab es, die so schlecht war, dass wir auf der Fahrt zum Dorf manchmal Angst hatten, das Auto würde umfallen. Zum Verständnis: Wir brauchten für die 70 km lange Strecke von der Kleinstadt Hoima bis nach Mugoija vier Stunden.
Als wir dann erfuhren, dass eine Krankenstation, hauptsächlich zur Versorgung werdender Mütter und Kinder, aber auch für die erwachsene Bevölkerung, bitter notwendig wäre, da sich die nächste Arztpraxis im 70 km entfernten Hoima befände, war unser erster Gedanke: „Was machen die, wenn ein Kind krank wird?“ Im ganzen Ort gab es nämlich kein einziges Auto.
Man erzählte uns auch, dass die Frauen ihre Kinder in ihrer schäbigen Behausung auf dem blanken Fußboden liegend, weil man kein Bett hatte, manche sogar in den Bananenplantagen, zur Welt bringen müssen.
Dieses Elend ging uns während des Rückflugs nach Deutschland nicht mehr aus dem Kopf.
Deshalb entschlossen wir uns zu versuchen, etwas Geld zu sammeln, um den Bau einer Krankenstation zu unterstützen. „Wenn wir drei- oder fünftausend Euro zusammenbekommen, können sie zumindest ein paar Steine kaufen und mal mit dem Bau beginnen“, war unserer Gedanke.
Was dabei herausgekommen ist und wie sich unsere ursprünglich gedachte kleine Hilfsaktion entwickeln sollte, konnten wir nicht ahnen. Innerhalb eines Jahres hatten wir dank vieler Unterstützer das komplette Geld zum Bau einer Krankenstation zusammen, die bereits im April 2015 eröffnet wurde.
Zwei junge Krankenschwestern wurden eingestellt, die trotz anfangs bescheidener medizinischer Ausstattung sehr gute Arbeit leisteten und auch heute noch leisten. Immer mehr Menschen, die in der Vergangenheit teilweise den Medizinmann aufgesucht hatten, fassten Vertrauen in die neue Einrichtung und brachten ihre Kinder oder sich selbst zur Behandlung.
Unser Hilfsprojekt nahm sowohl in Uganda als auch in unserer Heimat eine Dynamik an, die wir uns anfänglich nicht vorgestellt hatten.
Aufgrund vieler Freunde, die unser Hilfsprojekt immer wieder finanziell unterstützen, war es uns möglich, die Health-Station immer besser auszustatten.
Mit Fotovoltaik konnten wir irgendwann Strom erzeugen, sodass wir sogar ein Ultraschallgerät anschaffen konnten. Mehrere Regenwasserzisternen wurden gebaut. Wir konnten eine kleine Schweine-, Hühner- und Ziegenzucht aufbauen. In einem sogenannten Hostel haben wir alleinstehende Mütter mit ihren Kindern untergebracht.
Manche Frauen nehmen Fußwege von bis zu drei Stunden auf sich, um ihre Kinder zur Behandlung oder zur notwendigen Impfung zu bringen.
Deshalb wurden ein Auto sowie ein Enduro-Motorrad angeschafft, damit unsere beiden Schwestern die Menschen in ihren abgelegenen Behausungen besuchen können.
Vor ca. zwei Jahren wurde ein Tiefbrunnen in Betrieb genommen, der nun endlich frisches Trinkwasser liefert. Trotzdem ist man, zumindest in der Trockenzeit, nach wie vor auf das in der Regenzeit gesammelte Wasser angewiesen.
Die Straße nach Hoima ist mittlerweile fast komplett asphaltiert, sodass wir bei unserem letzten Besuch im Jahr 2025 nicht mehr vier sondern nur noch etwas mehr als eine Stunde brauchten.
Neun Personen, die teilweise vorher nie ihr eigenes Geld verdient hatten, fanden Arbeit in unserer Einrichtung.
Sämtliche Kosten für Löhne, Medikamente und Hilfsmittel sowie Betriebskosten für die Krankenstation und die Fahrzeuge finanzieren wir durch Spendengelder.
Dafür möchte ich allen Unterstützern ganz herzlich danken.
Dank dieser großartigen Unterstützung vieler Freunde können wir mittlerweile sechs Kindern und Jugendlichen den Besuch eines Internats ermöglichen, wo sie eine sehr gute Schulausbildung erhalten. Wir wollen damit erreichen, dass sich die Menschen irgendwann selbst helfen können und nicht ewig auf Spendengelder angewiesen sind.
Ich gebe zu, dass ich ziemlich stolz über das Erreichte bin, das zu meiner Lebensaufgabe wurde. Trotzdem denke ich seit einiger Zeit darüber nach, wie es weitergehen kann, wenn ich altersbedingt die administrative Projektarbeit, die ich die ganzen Jahre gerne und mit Leib und Seele gemacht habe, nicht mehr leisten kann.
Aber es zeichnet sich eine sehr gute Lösung ab. Unsere beiden jungen Freunde Lukas Bion und Lotta Schäfer, bekannt durch ihre Fahrradtour rund um die Welt, haben sich angeboten, ab nächstem Jahr meine Arbeit zu übernehmen. Sie unterstützen seit Jahren mein Hilfsprojekt und waren im Jahr 2025 mit uns in Afrika, um sich vor Ort von unserer Arbeit zu überzeugen.
Dafür bin ich erstens sehr dankbar und denke zweitens, dass die beiden während Ihrer Fahrradtour eine enorme Ausdauer bewiesen haben. Aber viel wichtiger ist, dass Lukas und Lotta, wenn sie etwas anpacken, mit ganzem Herzen dabei sind. Das konnte ich vielen Gesprächen feststellen.
Natürlich werde ich mich auch in Zukunft um das Projekt, das zu meiner Herzensangelegenheit geworden ist, kümmern, nur nicht mehr in vorderster Reihe.
Deshalb bitte ich alle Unterstützer: Bitte schenken Sie meinen Nachfolgern ihr Vertrauen und bedenken Sie, dass sie in der Vergangenheit nicht mich, sondern die Einwohner von Mugoija unterstützt haben. Und so soll es auch bleiben.
Zu gegebener Zeit werden sich unserer beiden jungen Freunde sicherlich selbst vorstellen.
Ich bin sicher, dass wir eine gute Lösung gefunden haben und würde mich freuen, wenn auch in Zukunft viele Freunde unser Hilfsprojekt „Kinderkrankenstation in Uganda“ finanziell unterstützen werden.
Dafür jetzt schon herzlichen Dank, besonders im Namen der Kinder von Mugoija.
Spendenkonto bei der VR-Bank Südwestpfalz:
Empfänger: LuMa Ugandahilfe IBAN DE50 5426 1700 0005 1146 08
Bei Angabe Ihrer Adresse erhalten Sie selbstverständlich eine Spendenquittung.